Vereinsgeschichte
Vereinsgeschichte
50 Jahre VfB Lampertheim, dieses Jubiläum ist es sicherlich Wert, einmal inne zu halten, um einen Blick zurückzuwerfen und sich die Vereinsgeschichte noch einmal in Erinnerung zu rufen.
Das Jahr 1948, also das Gründungsjahr des VfB, fiel ja in eine Zeit, in der in Deutschland überall Aufbruchstimmung herrschte. Es ist deshalb schon verwunderlich, dass sich zu diesem Zeitpunkt, geprägt von wirtschaftlicher Not und Wiederaufbau, Idealisten bereit fanden, einen Sportverein zu gründen.
Doch der Grundstein war, und das soll hier ausdrücklich betont werden, bereits gelegt. Der VfB ging ja von der DJK (Deutsche Jugend Kraft) einer konfessionellen Vereinigung hervor, die 1934 von den damaligen Machthabern verboten wurde und sich erst wieder nach dem 2. Weltkrieg etablierte. Aber eben diese Gruppen, wie auch die Betriebssportgruppen, fanden keine Aufnahme in einem Landes-Sportbund und das war eigentlich der Hauptgrund und die Ursache, dass es heute einen VfB Lampertheim gibt.
Man muss den damaligen Initiatoren uneingeschränkt großen Weitblick bescheinigen und muss den Schritt, der bestimmt auch ein großes Wagnis bedeutete als absolut richtig anerkennen, obwohl diese Maßnahme auch einige Kritiker auf den Plan rief.
Aber diese Stimmen waren bald verstummt, wohl auch deshalb, weil man sehr bald ein großes Erfolgserlebnis hatte. Bereits in der 1. Spielrunde konnte die neuformierte Mannschaft der “GRÜN-WEISSEN” den Aufstieg in die A-Klasse schaffen und dies war sicherlich ein großer Ansporn.
Dieser war auch nötig, denn nicht alle konnten sich damit anfreunden, dass es in Lampertheim plötzlich 2 Fußballvereine gab. Eine Folge davon war, dass man u.a. große Mühe hatte, ein geeignetes Spielfeld für die Heimspiele zu finden. Doch der hiesige Turnverein zeigte sich schon damals sehr sportlich und großzügig und stellte seinen vereinseigenen Jahnplatz zur Verfügung. Diese Situation sollte sich dann entspannen, als das städtische Stadion an der Mannheimer Straße fertiggestellt war. Aber längst nicht alle Sorgen war man jetzt los. Worüber man heute eigentlich nur ungläubig den Kopf schütteln mag war die Tatsache, dass die Spieler des VfB einschließlich die der Gastmannschaften die damals neu geschaffenen Dusch- und Umkleideräume im Stadion einfach nicht nutzen durften, und das Rasenspielfeld war für die GRÜN-WEISSEN oftmals tabu.
So ließen sich aus dieser Anfangszeit noch viele Begebenheiten und Anekdoten aufzählen, doch würden diese sicherlich diesen Rahmen sprengen.
So erging es dem VfB wie dies anderen Vereinen in ihrer Vereinsgeschichte ebenfalls ergeht, es gab immer wieder Höhen und Tiefen, gute und weniger gute Zeiten, und gottlob gab es immer wieder Männer und auch damals schon Frauen, die sich uneigennützig dem Verein zur Verfügung stellten, um das Vereinsschiff auf Kurs zu halten, wenn es einmal ins Schlingern geriet
Dies war der Fall im Jahre 1961, als die 1. Mannschaft in die A-Klasse absteigen musste. Es gab damals ein Entscheidungsspiel gegen die dann später so renommierte Mannschaft von Viktoria Griesheim das man auf neutralem Platz in Gemsheim mit 1:2 Toren verlor.
Aber bald nach dieser bestimmt nicht gerade erfreulichen Phase war schon wieder ein Lichtstreif am Horizont für den VfB auszumachen. Man besann sich im Verein auf eine Tugend, die den VfB eigentlich immer auszeichnete und das war die Kameradschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Mit fast der gleichen Mannschaft errang man in der darauffolgenden Runde erneut ein Entscheidungsspiel, aber diesmal um den Aufstieg. Doch auch dieses Spiel wurde gegen den FC Ober-Absteinach auf dem neutralen Platz in Fürth mit 2:1 verloren, nachdem man diesen Gegner während der Runde zweimal besiegen konnte.
Von diesem Zeitpunkt an dauerte es dann immerhin 10 Jahre mit mehr oder weniger guten Platzierungen bis es endlich Grund gab einmal wieder richtig zu feiern. Nach einer tollen Saison mit einer sehr starken Mannschaft wurde der Aufstieg in die A-Klasse endlich geschafft.
Aber diese Meisterschaft stand schon unter ganz anderen Vorzeichen. Beim Fußballsport begann sich etwas abzuzeichnen, was man im allgemeinen und speziell beim VfB eigentlich nie für möglich gehalten hätte. Schon in den Amateurklassen spielte das liebe Geld eine sehr wesentliche Rolle. Mussten die Spieler bei den erwähnten Entscheidungsspielen für die Fahrtkosten dorthin selbst aufkommen, so gab es mittlerweile bis in die untersten Spielklassen Spesen und Siegprämien. Zweifellos lässt sich sicher darüber streiten, ob dies für den Fußball Fluch oder Segen bedeutet Tatsache ist jedenfalls, dass es alle Vereine heute schwerer haben denn je und vornehmlich die Funktionäre sehen sich vor große Probleme gestellt Von den Eintrittsgeldern der Zuschauer die zu den Heimspielen kommen können die Kosten die der Spielbetrieb schluckt bei weitem nicht gedeckt werden. Man ist deshalb auf Sponsoren und vielerlei Aktivitäten der Vereinsmitglieder angewiesen und auch das ist eine unliebsame Zeiterscheinung, die ehrenamtlichen Helfer werden immer weniger und die vielfältigsten Aufgaben eines Fußballvereines sind auf wenige Idealisten verteilt
Um so erstaunlicher ist die sportliche Entwicklung in unserem Verein. Spielte unsere 1. Mannschaft vor noch gar nicht allzu langer Zeit unter ferner liefen in der Kreisklasse C, so spielt sie jetzt im Jahre des 50. Geburtstages eine gute Rolle in der Bezirksoberliga.
Diese Entwicklung löste allenthalben Erstaunen und Anerkennung aus. Hier wurde vor allem von den Funktionären Großes geleistet und ein großer Kraftakt war von Nöten. War dieser etwa zu groß? Bei genauer Betrachtung glaubt man doch hin und wieder leicht Resignation verspüren zu können.
Aber nicht nur im sportlichen Bereich wurde Großes geleistet, nein auch erfüllte man sich im Jubiläumsjahr den langgehegten Wunsch nach einem Vereinsheim. Nun ein Eigenheim im wahrsten Sinne des Wortes ist aus finanziellen Gründen nicht zu realisieren. Doch die Anmietung der Gaststätte “ERIKA” ist sicher ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte und hat sich jedenfalls bisher bewährt. Es ist sehr beachtlich, was hier bei der Renovierung dieser Räume geleistet wurde. Viele fleißige Hände haben erhebliche Freizeit und gar finanzielle Mittel aus eigener Tasche investiert und Räume geschaffen, in denen man sich wohl fühlen kann.
Natürlich könnte man von guten, ja großartigen Taten, die im Laufe der 50-jährigen Vereinsgeschichte von einzelnen Mitgliedern erbracht wurden noch viele hier aufzählen, doch läuft man dabei Gefahr einige zu vergessen und somit ungerecht zu behandeln.
Doch sei es erlaubt, am Ende dieser Gedanken einige Mitglieder stellvertretend zu benennen. So können die Männer, die unseren Verein als dessen Vorsitzende geführt haben, nicht vergessen werden. Ihnen ist deshalb in dieser Festschrift eine besondere Seite gewidmet.
Unvergessen und unerreicht im VfB ist zweifellos unser Rudi Krämer, der mehr als 25 Jahre als Jugendleiter im Verein tätig war und gleichzeitig der dienstälteste Jugendleiter im Kreis-Bergstraße war.
Unterlassungssünde wäre es, hier einen Rolf Westermann zu vergessen, der Jahrzehnte Vorstandsarbeit geleistet hat und der zusammen mit Hans-Jürgen Stierlin für den jüngsten sportlichen Höhenflug verantwortlich zeichnet
Wie bereits erwähnt könnte man diese Liste noch mit vielen Namen ergänzen, die selbstlos, uneigennützig und auch im Verborgenen für unseren VfB-Lampertheim gearbeitet haben. Viele Sponsoren, die im Stillen gewirkt haben und nach außen wenig in Erscheinung getreten sind, dies auch nie wollten, sorgten immer dafür, dass das Vereinsleben nie zum Stillstand kam.
So bleibt zum Schluss der Wunsch, dass sich für die Zukunft vor allem auch junge Menschen finden mögen, die das vor 50 Jahren Begonnene fortführen. Mögen sie unseren Verein und seine Ziele in eine gute Zukunft, bis hinüber ins neue Jahrtausend, vor dessen Schwelle wir ja bereits stehen, führen, so schwer dies auch sein mag.
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